Überprüfung im Mai 2026
Der Transportsektor blieb unter Druck und war weiterhin von Schwankungen geprägt, da er nicht nur mit Treibstoffzuschlägen zu kämpfen hatte, sondern (auf dem Weg nach Europa) auch mit der Einführung zusätzlicher Energiekosten für Fähren und steigenden BAF-Gebühren.
Dies wirkt sich insbesondere auf die Transporttarife nach Frankreich aus. Diese Tarife steigen weiter an, und aufgrund der geringen Importmengen blieb die Verfügbarkeit von Anhängern für Exporte von Großbritannien nach Frankreich gering. Spediteure, die Anhänger anbieten können, tun dies zu einem erheblichen Aufschlag, wobei die Tarife nach Frankreich um bis zu 57 % gestiegen sind; bei den Preisen für Altfasern entspricht dies einem Aufschlag von 10 bis 16 £ pro Tonne.
Da der fragile Waffenstillstand im Iran den ganzen Mai über Bestand hatte, sanken die Ölpreise pro Barrel, und gegen Ende Mai fiel der Preis unter 100 Dollar, was für eine gewisse Entlastung sorgte. Infolgedessen sanken die Treibstoffzuschläge von 10 % im April auf durchschnittlich 8,5 % im Mai, doch der Ölmarkt bleibt weiterhin volatil.
Juni 2026
Verpackung
1.04.00 / 1.05.00 (OCC)
Der Preis für Juni (1.05.00) verzeichnet leichte Anstiege um 3 bis 5 £/t, wodurch die Preise auf ein Hoch von 110 £/t steigen. Dies ist hauptsächlich auf den Tiefseemarkt zurückzuführen, aber auch auf einige kleinere Händler, die nach Tonnage suchen; die Lücke zwischen 1.05.00 und 1.04.00 schließt sich nun, wobei die Preise für 1.04.00 Höchststände von 95 £/t erreichen.
Die Preise für Mischpapier nach Fernost und Indien blieben stabil, da die im Hormuz-Straße festsitzenden Schiffe nun langsam an ihren Bestimmungsorten eintreffen. Nach Europa verzeichnen wir jedoch leichte Preisanstiege von 3 bis 5 £/t.
4.02.00 (Obstkiste)
Die Nachfrage nach der Sorte 4.02.00 bleibt im Juni europaweit stark, wobei die Preise gegenüber Mai um weitere 5 bis 7 £/t gestiegen sind. Auch die Türkei kauft diese Sorte in großem Umfang ein, was insgesamt zu einer starken Nachfrage auf dem britischen Markt führt.
4.01.00 und 4.03.00 (NKLS und 98/2 OCC)
Die Preise für 4.01.00 bleiben im Juni stabil, die Nachfrage seitens der Spinnereien in ganz Europa ist weiterhin gering.
Zeitungs- und Grafikkarton
Die Marktlage bei Zeitungs- und Grafikkarton bleibt ausgeglichen. Die Nachfrage sowohl auf dem Inlandsmarkt als auch im Export hat sich seit Mai kaum verändert, während das Angebot weiterhin reichlich vorhanden ist.
Da keine größeren Veränderungen bei den Konsumgewohnheiten oder beim Einkauf der Mühlen zu erwarten sind, dürfte das Preisniveau bis Juni stabil bleiben.
Faltkarton 1.03.00 (grauer Karton), 3.11.00 (HP-Scan) Stable, 3.11.01 (Mixed-Scan), 3.12.00 (LP-Scan)
Der Markt für Wellpappenrohpapier blieb im Juni stabil: Angesichts ausreichender Verfügbarkeit bei den britischen Lieferanten und solider Auftragsbestände bei den Werken in Europa und Fernost haben wir von Mai bis Juni keine Veränderungen festgestellt.
Taschentücher 3.10.00 (Multigrade), 2.05.00 (SOW), 2.06 (farbige Buchstaben)
Der Markt für Tissue-Papier bleibt sowohl bei den SOW- als auch bei den CHL-Sorten stabil; mit der Wiederinbetriebnahme von Prudhoe könnte die Nachfrage nach SOW bis Juni steigen. Bei den Multigrades haben wir Preisanstiege von 5 bis 7 £/t verzeichnet, die in erster Linie auf die Nachfrage aus dem indischen Markt zurückzuführen sind. Die europäischen Papierfabriken passen sich allmählich diesen höheren Preisniveaus an, obwohl die Nachfrage aus der Region im Vergleich zum Mai weitgehend unverändert bleibt.
Ersatzstoffe für Zellstoff
Auch im Juni bleiben die Preise für Zellstoffsubstrate stabil. Zwar sind die Zellstoffpreise um rund 50 $/t gestiegen, doch bei den Zellstoffsubstraten ist dieser Anstieg bislang noch nicht zu beobachten. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Fabriken nach wie vor über große Lagerbestände verfügen.
Preisprognosen
Insgesamt bleibt der Markt sowohl bei Zeitungsdruckpapier als auch bei Tissue-Sorten stabil. Im Verpackungssektor sind für Juni weiterhin leichte Preisanstiege zu verzeichnen. (1,02,00; 1,04,00; 1,05,00 & 4,02,00)
Die Nachfrage aus der Türkei, Indien und Fernost bleibt stabil; da nun jedoch die Monsunzeit beginnt, sind nennenswerte Marktbewegungen in naher Zukunft unwahrscheinlich.
Die Kraftstoffpreise haben leicht nachgegeben, was dazu beitragen dürfte, den Druck auf den Logistiksektor zu verringern. Wir gehen jedoch davon aus, dass dies nur von kurzer Dauer sein wird, da Anfang Juli in Europa gesetzliche Änderungen in Kraft treten, die die Transportkosten erneut in die Höhe treiben werden. In Frankreich bestehen weiterhin logistische Herausforderungen, die sich nach wie vor auf den Betrieb in der Region auswirken. Die Wirtschaftskrise führt weiterhin zu weitreichenden Engpässen bei der Verfügbarkeit von Anhängern. Wir beobachten ein Ungleichgewicht zwischen den Importen nach Großbritannien und den Exporten nach Frankreich, was den Spediteuren die Möglichkeit gibt, Preise zu verlangen, die näher an den Premium-Frachtpreisen liegen, im Gegensatz zu den üblichen Rückladungen, von denen die Altpapiersektor normalerweise profitiert.
Es wird erwartet, dass die Auftragsbücher der Walzwerke im Juni, wenn wir uns dem Sommer nähern, weiterhin recht gut gefüllt bleiben, was die anhaltende Nachfrage nach den wichtigsten Güteklassen stützen dürfte.